Bierwagen in der bayerischen Presse 1885 und 1894
Verfasst: Di, 29.10.2013, 12:12
Quelle:
1zu160-modellbahn-forum
Münchner Neueste Nachrichten, 10. August 1885
* (Bierexport.) Die hiesigen großen Brauereien haben es in ihren Verhandlungen mit der Generaldirektion der Verkehrsanstalten und dem Finanzministerium erreicht, daß auf den Routen Hof, Aschaffenburg, Ulm von heute an täglich Extrabierzüge verkehren, welche in den angrenzenden Nachbarstaaten unmittelbaren Anschluß erhalten. Bedingung ist, daß jeder Zug 15 Waggonladungen hat. Wer von der Größe des bayerischen, speziell Münchner Bierexports eine richtige Vorstellung besitzt, wird die Möglichkeit der Erfüllung dieser Bedingung nicht bezweifeln, namentlich steht fest, daß auf der Route Hof täglich ein Exportzug fahren kann. Die Gewährung der Extrazüge ist lediglich eine Begünstigung des bayerischen Bierexportes, da der Staat nicht den geringsten Nutzen darauf zieht.
Augsburger Kurier, 26. Oktober 1894
(Bayerischer Bierexport.) Welch riesigen Umfang der bayerische Bierexport gewonnen hat, zeigt ein Blick auf die Menge der Jedermann bekannten weißen Güterwagen, welche in schwarzer oder blauer Aufschrift den Namen der Firma tragen. Die Zahl der in Bayern befindlichen, zum Theil den Brauereien selbst, theils der bayer. Staatsbahn gehörigen Biertransportwagen ist jetzt 1190. Hievon besitzen Münchener Brauereien 765, nach diesen kommt die zweitgrößte Exportstation Kulmbach mit 157 Bierwagen, dann Nürnberg mit 106, Erlangen mit 47, Würzburg mit 27, Bamberg mit 18, Fürth mit 12, Augsburg mit 11, Planegg mit 9, Weihenstephan mit 8 Bierwagen. Den größten Export von den Münchner Brauereien hat die Spatenbrauerei; dieselbe benützt zur Verfrachtung ihres Bieres 145 Bierspezialwagen mit je 300 Zentner Tragkraft; nach dieser Großbrauerei kommt die Löwenbrauerei mit 121, hierauf die Firma Pschorr mit 87, dann Leistbräu mit ebenfalls 87, das bürgerliche Brauhaus mit 66, Augustiner mit 64, Hackerbräu mit 52, Münchner Kindlbräu mit 34, Schmederer mit 25, k. Hofbräuhaus mit 17 Wagen. Täglich gehen direkte Bier=Extrazüge von München nach Berlin und an den Rhein mit durchschnittlich 30 bis 40 Waggons; Hunderte von beladenen Bierwagen werden mit den beschleunigten sogenannten Verbandszügen nach der Schweiz, nach Italien, Frankreich u.s.w. befördert. In 30 Stunden läuft jetzt der Bierwagen in geschlossenem Extrabierzug nach Berlin, wahrlich ein großer Vortheil bei strenger Kälte oder großer Hitze. Um das Bier noch weiter vor den Einwirkungen des Frostes zu schützen, wurden in neuerer Zeit sehr viele Bierwagen für Dampfheizung eingerichtet, auch Versuche mit Gasheizung mit gutem Erfolge gemacht. Auch besitzen schon ziemlich viele Bierexportwagen die Einrichtung für die Westinghouse= und Charpenterbremse, so daß sie auch mit Postzügen Beförderung finden können.
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Münchner Neueste Nachrichten, 10. August 1885
* (Bierexport.) Die hiesigen großen Brauereien haben es in ihren Verhandlungen mit der Generaldirektion der Verkehrsanstalten und dem Finanzministerium erreicht, daß auf den Routen Hof, Aschaffenburg, Ulm von heute an täglich Extrabierzüge verkehren, welche in den angrenzenden Nachbarstaaten unmittelbaren Anschluß erhalten. Bedingung ist, daß jeder Zug 15 Waggonladungen hat. Wer von der Größe des bayerischen, speziell Münchner Bierexports eine richtige Vorstellung besitzt, wird die Möglichkeit der Erfüllung dieser Bedingung nicht bezweifeln, namentlich steht fest, daß auf der Route Hof täglich ein Exportzug fahren kann. Die Gewährung der Extrazüge ist lediglich eine Begünstigung des bayerischen Bierexportes, da der Staat nicht den geringsten Nutzen darauf zieht.
Augsburger Kurier, 26. Oktober 1894
(Bayerischer Bierexport.) Welch riesigen Umfang der bayerische Bierexport gewonnen hat, zeigt ein Blick auf die Menge der Jedermann bekannten weißen Güterwagen, welche in schwarzer oder blauer Aufschrift den Namen der Firma tragen. Die Zahl der in Bayern befindlichen, zum Theil den Brauereien selbst, theils der bayer. Staatsbahn gehörigen Biertransportwagen ist jetzt 1190. Hievon besitzen Münchener Brauereien 765, nach diesen kommt die zweitgrößte Exportstation Kulmbach mit 157 Bierwagen, dann Nürnberg mit 106, Erlangen mit 47, Würzburg mit 27, Bamberg mit 18, Fürth mit 12, Augsburg mit 11, Planegg mit 9, Weihenstephan mit 8 Bierwagen. Den größten Export von den Münchner Brauereien hat die Spatenbrauerei; dieselbe benützt zur Verfrachtung ihres Bieres 145 Bierspezialwagen mit je 300 Zentner Tragkraft; nach dieser Großbrauerei kommt die Löwenbrauerei mit 121, hierauf die Firma Pschorr mit 87, dann Leistbräu mit ebenfalls 87, das bürgerliche Brauhaus mit 66, Augustiner mit 64, Hackerbräu mit 52, Münchner Kindlbräu mit 34, Schmederer mit 25, k. Hofbräuhaus mit 17 Wagen. Täglich gehen direkte Bier=Extrazüge von München nach Berlin und an den Rhein mit durchschnittlich 30 bis 40 Waggons; Hunderte von beladenen Bierwagen werden mit den beschleunigten sogenannten Verbandszügen nach der Schweiz, nach Italien, Frankreich u.s.w. befördert. In 30 Stunden läuft jetzt der Bierwagen in geschlossenem Extrabierzug nach Berlin, wahrlich ein großer Vortheil bei strenger Kälte oder großer Hitze. Um das Bier noch weiter vor den Einwirkungen des Frostes zu schützen, wurden in neuerer Zeit sehr viele Bierwagen für Dampfheizung eingerichtet, auch Versuche mit Gasheizung mit gutem Erfolge gemacht. Auch besitzen schon ziemlich viele Bierexportwagen die Einrichtung für die Westinghouse= und Charpenterbremse, so daß sie auch mit Postzügen Beförderung finden können.